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Aktuelle Geschiebefunde

OKTOBER 2010

   

Beide Geschiebe enthalten Spurenfossilien. Ihre tierischen Erzeuger (Biotaxa) sind nicht bekannt. Den hinterlassenen Lebensspuren hat man dennoch Namen (Binomen) nach spuren-(ichno-)taxonomischen Regeln gegeben. Der erste Fund: kreidezeitlicher Feuerstein mit Rhizocorallium irregulare. Der zweite Fund könnte Arenicolites isp. sein- jedoch müßten noch einige Präparationsmaßnahmen durchgeführt werden, um das nachzuweisen. Der Fund ist schon recht interessant. Es handelt sich um einen quarzitischen Sandstein des Unterkambriums von Schweden mit paarig angeordneten Röhrenenden. Bei insgesamt vier Röhrenpaaren kann wohl kaum von zufälliger Anordnung die Rede sein. Es muß ein Zusammenhang zwischen beiden Röhrenenden bestehen, die eher auf einen als auf zwei Erzeuger zurückzuführen sind. Der aktuelle lebende Bezug wäre der Wattwurm Arenicola marina, der U-förmige Röhren im Watt bewohnt. Sollte der vorliegende Fund tatsächlich U-förmig zusammenhängende Röhren aufweisen, dann wäre ein urtümlicher Vorfahre des heutigen Wattwurms im Unterkambrium Schwedens (erstmalig?) nachgewiesen. Vom Unterkambrium Argentiniens ist diese Lebensspur bereits als Arenicolites isp (Ichnospecies) bekannt.

        

Zur besseren Vorstellung !                              Markierung der Röhrenenden und der Schnittführung

Aktion Basalt-Großgeschiebe: KFH / Großer Ravensberg

Der verstärkte Abbau am Nordhang der KFH brachte ein Großgeschiebe zu Tage, das sich in Größe, Farbe und Gestalt von allen bisherigen Gesteinen unterschied. Es scheint ein Basaltgeschiebe aus Schonen zu sein. Ein Fachmann muß dies noch bestätigen! (Nach aktueller Einschätzung liegt ein Diabas vor) Es ist ein feinkörniges, dunkelgraues Lavagestein; und was dieses ganz besonders interessant macht, es hat ein fremdes Gestein mit eingeschlossen. Für mich stand bald fest, dieses "Gute Stück" im Geschiebegarten des Großen Ravensberges zu integrieren und es somit zu veröffentlichen. Von der Kiesgrubenleitung erhielt ich alle nötige Unterstützung: es wurde "nach oben" transportiert. Heute nun am 28. Oktober habe ich das Basalt- Großgeschiebe aufgerichtet. Der Wagenheber meines PKW war dabei das entscheidende Werkzeug.

  

Diabas-Großgeschiebe in der KFH - Transport KFH zum Großen Ravensberg - Aufrichtung

Er ist aufgerichtet !

 SANDPLASTIK -  am Nordhang der KFH nach dem letzten Regen

(Foto G. E.  v. 7. Nov. 2010)

Dezember 2010

Schneezeit in eiszeitlichen Moränen

Januar 2011

In dem Beitrag vom Oktober hatte ich das unterkambrische Sandsteingeschiebe mit den vier Lochpaaren vorgestellt und die Vermutung geäußert, dass es sich hier um die Lebensspuren eines wurmartigen Erzeugers handeln könnte, der mit dem   heute (rezent) lebenden Wattwurm verglichen werden könnte. Wie zu sehen ist, ist die Präparation erfolgt. Die Vermutung hat sich bestätigt, dass die paarig angeordneten Gangenden U- förmig miteinander verbunden sind. Deutlich ist zu sehen, dass sich ein andersfarbiges Füllsediment  von der übrigen Matrix  abhebt. Ich vermute also, dass wir es hier mit einer Spuren-(Ichno-) Spezies von Arenicolites als Wohn-Freßbau zu tuen haben.

  

Oberfläche des Sandsteingeschiebes mit einem Lochpaar und der Schnitt mit dem Nachweis einer U- förmigen Gangverbindung.

Februar 2011

Es ist nicht die Zeit (Februar) um aktuelle Funde zu machen und zu präsentieren. Es ist eher die Zeit, sich mit der Hobby-Literatur zu befassen. Da fiel mir wieder ein Zeitungsartikel in die Hände, und zwar über den archäologischen Fund einer Steinaxt im Potsdamer Stadtgebiet.

Zeitungsartikel POTDSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN, Mittwoch 16. April 2003

Bei'm Lesen des Artikels erinnerte ich mich, solch einen grünen Diabas im Herbst des Vorjahres als Geschiebe in der KFH gefunden zu haben. Ich habe ihn mitgenommen, weil er sich von den üblichen Diabasen durch seine Härte, grüne Farbe und dem Gewirr von kleinen Plagioklasleisten in seiner Grundmasse sehr unterschied.

 

Und dann fand ich, eben in der Hobby-Literatur, noch diese wunderschöne Streitaxt ebenfalls aus grünem Diabas. Siehe hierzu W. SCHULZ, Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler, S. 181.

Mai 2011

Da hab ich doch bei einem Gang durch die KFH gleich drei zeigenswerte Geschiebefunde gemacht. Oder etwa nicht?

Das obere Bild zeigt ohne Zweifel eine Schwammkolonie. Die vielen kleinen Poren (Ostien) auf dem äußeren Schwammkörper sind die Einlasskanäle für das nahrungshaltige  Wassers in die zentrale Verdauungshöhle (Paragaster), die nach außen durch die Auswurföffnung (Osculum) abgeschlossen wird. Hier sind diese jeweils wie  Salzstreuer ausgebildet. Dieser Schwamm ist ein tierischer Organismus mit einem Kieselskelett, der in der Oberen Kreide existierte. Das untere Bild zeigt einen silurischen Crinoidenkalk (Seelilienkalk) mit Stiel-Torsi, die aus lamellenartig zusammengesetzten Stielgliedern bestehen. In diesem Fall hat der röhrenförmige Stiel einen Durchmessr von 20 mm. Wi e lang mag dieser Stiel in Wirklichkeit gewesen sein???

 Und dann fand ich noch ein von der Form her wahrhaftig südliches Elbe-Geröll/Geschiebe aus Böhmen stammend, ein Quarz-Lydit-Konglomerat. Die blauschwarzen Lydite, oder auch Kieselschiefer sind als verfestigter Radiolarienschlamm  biogener Herkunft.

                                   

  

Juni 2011

Da hab ich doch auf einem abgerollten Kristallingeschiebe eine eindeutige Porphyrstruktur ekannt, obwohl  Einsprenglinge   und Grundmasse sich farblich (ein fahles gelb) kaum von einander unterschieden. Auffallend aber war, dass die gerundeten Einsprenglinge  einen weißen Augenring besaßen. Für mich war der Fund eine Überaschung, glaubte ich doch, die infrage kommenden Geschiebeporphyre zu kennen. Es galt, nicht bei Shakespeare, sondern bei Zandstra nachzuschlagen.                                              

        

Ich bin mir sicher, dass bei Zandstra auf Seite 229 / Reg. Nr.: 162 das zutreffende Gestein abgebildet ist. Nun zitiere ich, wie es auf niederländisch geschrieben steht: Dalarnapisoliet (Pisolitische Dalarnaporfier-tuffiet)

Die Bestimmung des Gesteins ist auf wohlgemeinte Kritik gestoßen. Ich habe Hinweise bekommen, dass es sich eher um eine Varietät des Filipstad-Granites handeln könnte. (G.E. am 4. Januar 2015)

Januar 2012

                            

Nur ein kleiner Splitter eines Danflintes, aber der hat es auf sich, nämlich drei  Warzen-Abdrücke eines Seeigelgehäuses.

                                   

Eine Hälfte eines gespaltenen "Grünen Schiefers", eines feinlagigen Sandsteins, abgesetzt im flachen, titalen Küstenbereich des Meeres im Unterkambrium Baltoskandiens, mit reiclich grün-glaukonitischer Einfärbung. Flache Wellenrippel  überkreuzen sich.

Mai 2012

                                    

Zu meiner freudigen Überaschung, zeigten sich beim Aufschlagen einer weißen Feuersteinknolle achatische Strukturen. Solche Strukturen würde man nie im schwarzen Feuerstein des Maastrichts auf Rügen antreffen. Man kann diesen Feuerstein-Typ mit Sicherheit dem Turon zurechnen. Das ist auch für die KFH schon lange keine Überaschung mehr. So ist ja der weiß getüpfelte, fleckige Feuerstein - als Feuerstein des Turon - ebenso häufig wie der schwarze des Maastrichts.

                                        

Bei diesen zwei  flintartigen, gelb verkieselten Geschieben - hier  bin ich mir nicht ganz sicher - müßte es sich um den sogenannten Gelben Hornstein  handeln. (Dazu werde ich noch weitere Ausführungen machen - 12.6.12)

                                           

 

 

Eine mit Kies panierte Mergelkugel, so wie sie nur durch Schmelzwasserbäche direkt in die Moränenablagerungen der Kiesgrube eingetragen werden können. Diese panierte Mergelkugel ist im Bezug zum Fundort (KFH) eine alochthone Bildung. Die zweite Abbildung ist eine Kalk-Sand-Konkretion, die sich in der Kiesgrube (KFH) postglazial akkumuliert hat. Das geht schon aus der Position des oberflächlich eingeschlossenen Flintsplitters hervor. Das ist im Bezug auf den Fundort ein autochthones Gebilde.

 
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Abb. 1                                                               Abb. 2

Das ist nicht Omas Stopfpilz (Abb. 1) mit abgebrochenem Stiel, sondern ein Spurenfossil. Es handelt sich hierbei um den Wohngang eines Krebses Ophiomorpha nodosa. In der Regel findet man diese nachträglich mit Sediment ausgefüllten Gänge als zylindrische Gerölle (Abb. 2). Dieses mal aber ist es eine quergeschnittene, abgerollte Scheibe aus einem solchen Gang. Die Gangwände sind noppenartig verstärkt.

 
 
 
Zwei Moler-Geschiebe als abgerundete Gerölle! In der braunen Verwitterungsrinde ( Abb. links) zeichnet sich eine feine Schichtung ab. Das ist ein Hinweis auf die Genese solchen Gesteins. Und zwar wurden im Eozän die Basalttuffe vom Eruptionszentrum im Skagerrak durch Winde nach Süden  getragen und setzten sich auf dem Meeresboden ab. Glazial gestauchte Schichten finden wir z.B. am Limfjord in Nord-West-Dänemark. Sollten die beiden Moler-Gerölle von dort stammen, wären sie für den Potsdamer Raum die westlichsten Geschiebe. D.h.: noch westlicher als der Rhombenporphyr des Oslograbens.
 
 
 
Ich wunderte mich sehr, als ich kürzlich bei Stahnsdorfer Bekannten, die ich nicht als Steine-Sammler kannte, einen gebänderten guarzitischen Sandstein im Regal postiert sah. Das konnte eigentlich nur ein Geschiebe aus der Teltower Grundmoränenplatte sein. Daraufhin angesprochen, musste ich erfahren, dass es sich um ein Mitbringsel aus Samarkant (Abb. links) handelt. Im rechten Bild zeige ich  einen Kalmarsund-Sandstein des Untersten Kambrium wie ich ihn in der KFH bei Potsdam-also als Geschiebe-gefunden habe. Die Ähnlichkeit der Gesteinstypen, so meine ich , ist eigentlich unverkennbar. Daraus schließe ich, dass zur Zeit des beginnenden Kambrium die Sedimentations-Bedingungen der Baltischen und der Kasachischen Platte ähnlich gewesen sein müssen.
 
Honig-Steine, so nenne ich sie. Es sind vom Ursprung her Flinte des Dan als nördliche Geschiebe, die als südliche Gerölle einer Urelbe mit eisenoxydhaltigen Einfärbungen und zudem mit Wüstenlack versehen in der KFH angelandet sind, bzw. durch eiszeitliche Gletscher eingetragen worden sind

    
 
Hier mein Fund eines Kugelsandsteins aus dem Devon in der Kgr. Damsdorf / Bochow  vom 3. August 2013. Es ist eine Zwillingsbildung. Erkennbare Schichtung weist darauf hin, dass es keine konkretionäre Bildung ist. Kleine Schüppchen von Glimmer bewirken einen Glitzern auf der Oberfläche. Es handelt sich hierbei um kalzitisch gebundenen hellen Sand. Es hat dann sekundär eine Dolomitisierung stattgefunden, sodass bei einer Säureprobe kein Aufbrausen mehr festzustellen ist. Der zweite Fund ist ein älterer aus der KFH.